[Rezension] Bärentöter - Der Auserwählte (Bd.1) von Roland Pauler

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Titel: Bärentöter - Der Auserwählte
Autor: Roland Pauler
Erscheinungsdatum: 22. August 2015
ISBN-13: 978-3944788388
Preis: 16,95€ (Hardcover) und 4,99€ (eBook)
Seitenzahl: 240
Genre: Historisches Jugendbuch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Leseprobe: hier


Im rauen Mittelalter versucht der 14jährige Wilfried seine Familie nach dem grausamen Tod seines Vaters zu ernähren. Doch die Zeiten sind schlecht und Hunger sein steter Begleiter. Wilfried verrichtet verschiedene Lohnarbeiten während seine Mutter Lisa Garn für einen Kaufmann aus Deggendorf spinnt. Zudem bietet die Familie für einen kleinen Betrag Reisenden Verpflegung und einen Unterschlupf für die Nacht. Als eines Tages der Viehtreiber Zoltán mit seiner Herde gen Nürnberg zieht und auf seiner Reise Rast bei Wilfrieds Familie macht, sieht dieser seine Zeit gekommen. Er schließt sich der Gruppe als Treiber an, um seine Familie vor dem Hungertod zu bewahren. Auf seiner spannenden Reise erlebt Wilfried viele Abenteuer. Er wird in Kämpfe mit wilden Tieren und Räubern verwickelt. Er schließt Freundschaften und lernt den Wert von echter Kameradschaft kennen. Doch nicht alle sind ihm wohlgesonnen. Schon bald zieht Wilfried den Zorn einer gefürchteten Bruderschaft auf sich, die ihm nach dem Leben trachtet. Wird es ihm auch diesmal gelingen seiner Widersacher in die Knie zu zwingen?

 
Roland Pauler (Dr. phil. habil.), geboren 1954 in Bamberg, arbeitete nach seiner Promotion als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Rom. Sodann war er in Forschung und Lehre am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Ludwig Maximilians Universität in München und an der Scuola di Paleografia e Filologia Musicale in Cremona tätig. Nach seiner Habilitation in München im Fach Mittelalterliche Geschichte vertrat er bis 2004 Lehrstühle für Mittelalterliche Geschichte in München, Erlangen und Regensburg. Seitdem widmete er sich der Pflege seiner Frau, die nach einer Gehirnblutung zum Pflegefall geworden war, und der Schriftstellerei.

Roland Pauler beginnt seine Erzählung mit einer Schilderung von Wilfrieds Leben, seinem Umfeld und stellt den Lesern dessen Familie vor. Dabei sind die Beschreibungen zwar genau, lassen aber dennoch genug Spielraum für die eigene Fantasie des Lesers. Es wird schnell deutlich, dass viel Wert darauf gelegt wurde, das gesamte Setting sehr nah an den wahren Umständen des Mittelalters anzusiedeln, wenngleich die sprachliche Gestaltung eher modern wirkt. Allgemein bleibt die Sprache recht einfach und ist deshalb auch für Jugendliche gut verständlich. Wilfrieds Abenteuer lassen sich flüssig und zügig lesen. Besonders interessant sind sicherlich die Gespräche, in denen der Junge Fragen über bestimmte Themen seiner Zeit stellt, die vom Gegenüber stets ausführlich beantwortet werden, sodass der Leser viele Informationen über das Leben im Mittelalter erfährt. 

Dieses Mal fällt mir die Bewertung des Romans wirklich schwer, denn ich habe das Gefühl, dass ich einfach nicht zur richtigen Zielgruppe gehöre und mich die Geschichte deshalb nicht vollkommen für sich einnehmen konnte. Zudem habe ich generell Probleme mit Hauptcharakteren, denen scheinbar alles in den Schoß fällt. Und leider gehört Wilfried für mich genau in diese Sparte. Er hat niemals zuvor im Leben kämpfen gelernt, war nie alleine unterwegs und dennoch stellt er sich ohne Furcht Bären, Wölfen und einer ganzen Truppe Räuber in den Weg und geht dabei stets als Sieger aus dem Kampf hervor. Von seinen Gefährten wird er schon bald als Held gefeiert und sein ganzes Leben verändert sich. Für ein Jugendbuch finde ich die Handlung an sich deshalb ein wenig harmlos. Für mich kam leider nur bedingt Spannung auf, da stets klar war, dass Wilfried sich gegen seine Gegner ohne Probleme behaupten würde. Zu viele glückliche Wendungen haben der Geschichte leider ihre Glaubhaftigkeit genommen und so wirkt sie doch zeitweise sehr realitätsfern. Wären nicht die teilweise blutigen Schilderungen, so würde ich das Buch wohl eher für Jugendliche ab 10 oder 12 Jahren ansetzen und nicht erst ab 14.

Ich kann der Geschichte jedoch zugutehalten, dass die Schilderungen des Mittelalters realitätsnah und überzeugend sind. Es wird deutlich, wie die Menschen zu diesen Zeiten gelebt haben und mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hatten. Die Grundidee von einem Jungen, der genau in dieser Zeit trotz aller Widrigkeiten sein Glück findet, hat mir gut gefallen. Für Jugendliche hat Roland Pauler mit seinem Roman sicherlich eine spannende Lektüre abgeliefert. Ich selbst kann leider aber insgesamt nur 3 Sterne vergeben, da mich die Geschichte leider nicht vollkommen packen konnte. 


 


Liebe Grüße

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