[Rezension] Die Alchimistin (Bd.1) von Kai Meyer

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Titel: Die Alchimistin
Autor: Kai Meyer
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 14. Dezember 2015
ISBN-13: 978-3453419049
Preis: 9,99€ (TB) und 8,99€ (eBook)
Seitenzahl: 512
Genre: Fantasy
Leseprobe: hier

Auf Schloss Institoris scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Hier lebt inmitten verborgener Gänge und Winkel Nestor Institoris mit seiner Familie. Doch der Schein der heimeligen Familienatmosphäre trügt. Jeder im Schloss wahrt ein Geheimnis. Jeder hat etwas zu verbergen. 

Als Nestor eines Tages ermordet wird, gerät das empfindliche Gefüge außer Kontrolle. Geheimnisse werden aufgedeckt, die besser für immer im Dunkeln geblieben wären. Inmitten dieses Wahnsinns steht seine älteste Tochter Aura, die langsam aber sicher Sympathien für den Mörder ihres Vaters entwickelt. Sie kommt der Wahrheit immer näher und beginnt langsam zu verstehen, welches Geheimnis ihr Vater auf dem Dachboden in seinem alchemistischen Labor gehütet hat und ihn letztendlich das Leben gekostet hat.


Kai Meyer, geboren 1969, ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller Deutschlands. Er studierte Film und Theater, arbeitete einige Jahre als Journalist und widmet sich seit 1995 ganz dem Schreiben von Büchern. Viele seiner Romane wie "Die Alchimistin", "Die Unsterbliche" und die Trilogien "Merle und die Fließende Königin" und "Die Wellenläufer" wurden zu Bestsellern. Seine Bücher erscheinen in mehr als 40 Ländern, u.a. in den USA, in England, Japan, Italien, Frankreich und Russland. Für "Frostfeuer" erhielt Kai Meyer 2005 den "CORINE-Literaturpreis". Mehrere Verfilmungen sind in Planung.

Aura Institoris:

Die 17jährige Aura lebt gemeinsam mit ihrer Familie auf Schloss Institoris. Von ihrem Vater wird sie in die Kunst der Alchemie eingeweiht, doch schon bald soll sie auf dessen Wunsch ein Internat in der Schweiz besuchen. Nur ihr Stiefbruder Daniel scheint ihren Schmerz zu verstehen. Als ihre Mutter Charlotte einen weiteren Jungen adoptiert, zerbricht auch das bisher schon angespannte Verhältnis zu ihrer Mutter. Christopher scheint Auras Platz als Lehrling ihres Vaters einzunehmen. Aura schwört sich, dass sie ihn niemals als Bruder akzeptieren wird. Doch ihre Pläne geraten durcheinander, als sie den geheimnisvollen Gillian kennenlernt.
 
Gillian:

Gillian ist ein Hermaphrodit. Mann und Frau zugleich in einem Körper. Er ist ein Dieb und Betrüger, der sein Geld mit allerlei zwielichtigen Geschäften verdient. Früher hat er zudem als Auftragsmörder für den Alchimisten Lysander gearbeitet, der seit seiner Jugend mit Nestor Institoris verfeindet ist. Lysander war es schließlich auch, der den Tod von Auras Vater befohlen hat. Obwohl Gillian sich geschworen hat, niemals mehr zu töten, muss er sich Lysanders Willen beugen. Zu mächtig ist der alte Alchimist und zu grauenhaft wären die Konsequenzen, würde Gillian nicht gehorchen.

Da ich bisher von Kai Meyer nur Jugendbücher gelesen habe, war „Die Alchimistin“ eine ganz neue Erfahrung. Die Sprache war rauer, der Inhalt brutaler. Der Autor erschafft eine ganz und gar fantastische Welt. Besonders bildhaft ist mir bei der Lektüre Schloss Institoris im Gedächtnis geblieben. Eine düstere Festung inmitten der stürmischen See. Umgeben von kleinen Inseln, die große Geheimnisse bergen. Ein unheimliches Szenario, eine wirklich schauderhafte Kulisse. Und nicht nur das Schloss selbst, auch seine Bewohner wahren zahlreiche Geheimnisse. Jeder der Protagonisten hat sein eigenes Schicksal zu ertragen.

Die Geschichte beginnt drückend und farblos mit Christophers Ankunft auf Schloss Institoris. Von diesem Zeitpunkt an entwickelt sich die Handlung rasch. Sie bildet einen Sog aus und dennoch musste ich das Buch manches Mal aus der Hand legen. Denn was sich noch auf den ersten hundert Seiten wie eine harmlose Erzählung liest, wird schon bald zu einer morbiden Schauergeschichte. Es tun sich menschliche Abgründe auf und grausame Wahrheiten kommen ans Licht. Denn Alchemie kommt nicht ohne Leichen aus. Auf der Suche nach dem Stein der Weisen und der ewigen Jugend schrecken die Protagonisten auch nicht vor heimtückischen Morden zurück. So entwickelt sich die Handlung also anders als erwartet, aber dennoch sehr spannend. Sie hat etwas Geheimnisvolles, einen Hauch Magie.

Teilweise verlaufen einige Kapitel etwas schleppend, wohingegen andere rasant voranschreiten. Eine bunte Mischung, aber dennoch gelungen. Auch die Hauptprotagonisten passen gut in das heraufbeschworene Bild, wobei nicht allzu viel über deren Innenleben preisgegeben wird. Sie bleiben aus diesem Grund leider etwas oberflächlich und ihre Beweggründe meist im Dunkeln. Thematisch hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Das faszinierende Thema der Alchemie steht definitiv im Mittelpunkt und wirkt gut recherchiert. 

Insgesamt ist die Erzählung in sich geschlossen, sodass es dem Leser selbst überlassen bleibt, ob er die Reihe fortsetzen möchte, oder nicht. Da es sich bei meiner Ausgabe um eine vollständig überarbeitete Neuauflage handelt, finden sich im hinteren Bereich des Buches noch zahlreiche weitere informative Kapitel. Es gibt neben dem Nachwort des Autors Berichte über die Alchemie in der Literatur und einige Informationen zur Entstehung des Romans. Wirklich absolut lesenswert. Alles in allem hat der Auftakt der Trilogie für mich noch Luft nach oben, sodass ich insgesamt gute 4 Sterne vergebe.

 
Band 1: Die Alchimistin
Band 2: Die Unsterbliche
Band 3: Die Gebannte

 


Liebe Grüße

2 Kommentare:

  1. Hey Lisa,
    eine sehr schöne Rezension ♥
    Das Buch ist mir nun hier schon mehrfach begegnet und irgendwie finde ich es sehr interessant. Du hast es nun geschafft, dass ich mir das Buch wirklich auf die Wunschliste setze *g*
    Liebe Grüße
    Charleen

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    1. Hallo Charleen :)

      Oh, wow, das freut mich aber ♥ Dann bin ich mal gespannt, wie du das Buch so findest, sollte es wirklich den Weg zu dir ins Regal finden!

      Liebe Grüße

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