[Rezension] Die Vertriebenen - Flucht aus Camp Eden (Bd.1) von Kevin Emerson

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Originaltitel: The Lost Code - The Atlanteans Book 1
Titel: Die Vertriebenen - Flucht aus Camp Eden
Autor: Kevin Emerson
Verlag: Heyne fliegt
Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2015
ISBN-13: 978-3453596450
Preis: 8,99€ (TB) und 7,99€ (eBook)
Seitenzahl: 432
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Leseprobe: hier



Eine Welt, die von Erderwärmung und Klimawandel geprägt ist, in der Seuchen, Krieg und andere Katastrophen nichts Außergewöhnliches mehr darstellen, in der die Sonne dein größter Feind ist. Im Jahr 2086 ist die Welt, wie wir sie kannten, dem Untergang geweiht. Jeder neue Tag stellt einen Kampf ums Überleben dar, jeder noch so kleine Fehltritt kann den Tod bedeuten. Dort lebt der 15 Jahre alte Owen Parker. Gemeinsam mit seinem Vater lebt er im unterirdischen Yellowstone Hub, der sie vor der aggressiven UV Strahlung an der Erdoberfläche schützt. Doch das Glück scheint Owen Hold zu sein. Sein Name wird bei einer Verlosung der Eden Corporation gezogen. Owen darf 30 Tage ein „normales“ Leben in Camp Eden führen. Einem Ort unter einer gigantischen Glaskuppel, die das Klima und die Umweltbedingungen für die Bewohner stabil hält. An diesem Ort wird sich Owens Leben für immer verändern. Denn schon kurz nach seiner Ankunft in Eden West, beginnt sich sein Körper zu verändern. Er kann plötzlich ungewöhnlich lange ohne Sauerstoff unter Wasser bleiben. Doch er ist nicht alleine. Auch andere zeigen die gleichen Symptome. Gemeinsam erkunden sie ihre neugewonnenen Fähigkeiten und bemerken dabei nicht, in welche Gefahr sie sich damit begeben….


Owen Parker:

Gemeinsam mit seinem Vater lebt Owen Parker im Yellowstone Hub. Wie jeder andere Bewohner arbeitet auch sein Dad für die geothermischen Werke des Hubs, während Owen noch zur Schule geht. Seine Mutter hat die Familie schon vor beinahe einem Jahrzehnt verlassen, da sie sich an einem anderen Ort auf der Erde ein besseres Leben erhofft hat. Für ihren Mann und den gemeinsamen Sohn ist in dieser Vorstellung kein Platz gewesen, weshalb die beiden seit ihrem Verschwinden nichts mehr von ihr gehört haben. Owen weiß nicht einmal, ob seine Mutter noch am Leben ist.

Lily Ishani:

Lily ist eine Kryo. In einem letzten Akt der Liebe zu ihrer Tochter, haben Lilys Eltern ihr gesamtes Erspartes zusammengekratzt, um sie kryogenisch einfrieren zu lassen, auf dass Lily eines Tages in einer besseren Welt wieder aufwachen möge. Viele Jahre später ist die Erde jedoch keine bessere. Seit ihrem Auftauen lebt Lily nun unter der Glaskuppel von Eden West und kennt das Leid der restlichen Weltbevölkerung nur vom Hörensagen. Ihr Leben scheint perfekt, doch in stillen Momenten vermisst sie ihren Bruder Anton, ihre Eltern, Las Vegas, wo sie einst gelebt hat. Dann erscheint es ihr unfair, dass nur sie weiterleben durfte.

In seinem Auftakt gelingt es Autor Kevin Emerson seine Leserschaft in ein beinahe real wirkendes Zukunftsszenario zu entführen. Die Welt ist geprägt von der Klimaerwärmung und den mit ihr einhergehenden Folgen. Jeder Mensch kämpft um sein Überleben. Auch die Natur ist weitestgehend zerstört. Es gibt kein Wasser außerhalb der großen Meere, viele Tiere und Pflanzen sind vollkommen ausgestorben. Gekonnt werden hierbei dystopische Elemente mit mystischen in einem jugendlichen Abenteuerroman vermischt. Das Ergebnis ist ein durchaus ansprechender Mix, wenngleich das Potential des vielversprechenden Plots nicht vollkommen ausgelotet worden ist.

Die Hauptprotagonisten des Buches sind Owen Parker, sowie die Juniorbetreuerin Lily Ishani. Beide lernen sich im Camp Eden kennen und kommen sich auf Grund ihrer Gemeinsamkeiten schnell näher. Gemeinsam mit Ich-Erzähler Owen entdeckt der Leser seine neue Fähigkeiten und die Veränderungen seines Körpers, nach dem Vorfall beim Schwimmkurs am zweiten Tag des Camps. Sein neues Können gibt dem vormals schüchternen Owen neues Selbstvertrauen. Er entwickelt sich im Verlauf der Geschichte zu einem jungen Mann, der sein Leben selbst in die Hand nimmt. Doch bleibt Owen insgesamt gesehen etwas blass. An einigen Stellen mangelt es ihm an Tiefgang, zudem erscheint er charakterlich sehr wankelmütig, sodass ich mir auch nach der Lektüre von ihm kein ganz genaues Bild machen konnte. Lily erscheint als weiblicher Gegenpart zu Owen durchaus sympathisch. Mit ihrer lebenslustigen, freundlichen Art ist sie im Camp ein wahrer Männerschwarm und auch Owen kann nicht anders, als ihrem Charme zu erliegen. Jedoch spielt die Liebesgeschichte der beiden im Gesamtbild eher eine nebensächliche Rolle.

Der Schreibstil des Autors ist jugendlich und flüssig. Besonders der Einfall, Owens Körperfunktionen mit dem Bild von kleinen Technikern zu umschreiben ist originell. Doch so gut das Buch sprachlich gesehen auch sein mag, so zieht sich die Handlung doch an vielen Stellen merklich und die Erzählung gewinnt nur langsam an Fahrt. Der Leser bekommt Einblick in das Campleben und wird Zeuge von Zwistigkeiten zwischen Mädchen und Jungen, die für das Fortschreiten der Geschichte an sich belanglos sind. Erst am Ende spitzen sich die Ereignisse endlich zu und Owen und seine Freunde müssen erkennen, dass etwas in Camp Eden nicht mit rechten Dingen zugeht. Als sie Nachforschungen anstellen, geraten sie schon bald in Gefahr und merken, dass ihre Gegner auch nicht vor Gewalt zurückschrecken, um ihre Ziele zu erreichen. Nach und nach erhält der Leser nun einen tieferen Einblick und es werden erstmals auch mystische Elemente eingeflochten. Diese sind gut durchdacht, jedoch sehr komplex dargestellt, sodass einige Ansätze nicht auf Anhieb zu durchschauen sind. Der Altersempfehlung ab 14 Jahren kann ich somit zustimmen.

Insgesamt gesehen hat Autor Kevin Emerson mit "Die Vertriebenen: Flucht aus Camp Eden" einen soliden Jugendroman vorgelegt, dessen vollkommenes Potential sich jedoch im ersten Band der Reihe noch nicht hat entfalten können. Ich bin schon gespannt, mit welchen neuen Ideen der Autor im zweiten Teil aufwartet und welche Abenteuer Owen Parker noch erleben wird!

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Band 1: Die Vertriebenen: Flucht aus Camp Eden
Band 3: Die Vertriebenen: Heimkehr in die verlorene Stadt


Kevin Emerson war Lehrer, bevor er mit dem Schreiben begann. Durch seine Schüler kam er auf die Idee, sich Bücher für Jugendliche auszudenken. Heute ist er professioneller Autor. In seiner Freizeit spielt er in einer Band - und unterrichtet, was ihm noch immer sehr viel Spaß macht. Kevin Emerson lebt in Seattle.


Vielen Dank an Heyne fliegt  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

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