[Rezension] Kernfrage (Bd.2) von Andrea Weisbrod

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Achtung, diese Rezension kann Spoiler enthalten, da das Buch Teil einer Reihe ist!





Titel: Kernfrage
Autorin: Andrea Weisbrod
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2015
ISBN-13: 978-3839217641
Preis: 11,99€ (TB) oder 9,99€ (eBook)
Seitenzahl: 312
Genre: Kriminalroman
Leseprobe: hier




Knapp zwei Jahre hat sich Teresa Kern in Südostasien vor den Komplizen ihres kriminellen Ex-Liebhabers Akim Hennebont versteckt. Nun ist sie einer Einladung ihrer Großcousine Joanna Ingalls nach Baltimore an die amerikanische Ostküste gefolgt. Die Familie nimmt sie mit offenen Armen auf. Bald entwickelt Teresa ein enges Vertrauensverhältnis zu ihrer hochbetagten Großtante Sophie und ihrem Cousin Freddie, der ihr eine Stelle in seinem Verlag Wise Books anbietet. Bevor Teresa die neue Stelle antritt, unternimmt sie mit ihren amerikanischen Verwandten eine Reise auf den Spuren ihrer Familie zurück nach Koblenz. Mit von der Partie ist auch Großonkel Anton Küppers, ein kultivierter, älterer Herr mit dubioser Nazivergangenheit. In Koblenz überschlagen sich die Ereignisse: Teresa erhält einen Heiratsantrag, Anton stirbt plötzlich bei einem großen Familienfest. Beim Versuch, Licht in den mysteriösen Todesfall zu bringen, geraten Teresa und ihre Großtante in akute Lebensgefahr.



Als Historikerin ist Teresa auf der gesamten Welt herumgekommen. Sie liebt es, zu reisen und andere Länder zu entdecken. Ihre Eltern starben vor einigen Jahren bei einem Autounfall, sodass Teresa keine ihr nahestehende Familie besitzt. An ihre Mutter Elisabeth erinnert Teresa sich gerne, wohingegen sie die Erinnerung an ihren gewalttätigen Vater lieber verdrängt. Neben ihrem Ruf als Historikerin hat Teresa auch eine Vorliebe für Kriminalfälle. Sie beteiligt sich mit Eifer an der Aufklärung kleinerer Rätsel und scheint auch selbst immer wieder in kriminalistische Angelegenheiten verwickelt zu sein.  

Neben Teresa spielen vor allem auch ihre Großtante Sophie, ihre Großcousine Joanna  und deren Sohn Freddie eine größere Rolle. Im Verlauf der Geschichte lernt der Leser auch längst verstorbene Familienmitglieder kennen, die einen Teil aus ihrem Leben erzählen.

Dass es sich um den zweiten Band einer Kriminalreihe der Autorin handelt, habe ich erst während der Lektüre bemerkt. Immer wieder ist von Teresa Vergangenheit und ihrem kriminellen Ex-Liebhaber Akim die Rede, ohne dass genauer auf die Vorgeschichte eingegangen wird. Mich haben diese Anspielungen nach einiger Zeit etwas gestört, da keine Details genannt werden, sodass ich auch nach der Lektüre des Buches nun noch immer nicht weiß, was zwischen Teresa und Akim vorgefallen ist. Aus diesem Grund empfehle ich auf jeden Fall mit dem ersten Band „Tote Väter“ zu beginnen und von einem Quereinstieg in die Reihe abzusehen. 

Andrea Weisbrod arbeitet in ihrem Roman mit vielen unterschiedlichen Erzählperspektiven. Immer wieder wechselt der Hautcharakter, sodass sich insgesamt ein umfassendes Bild ergibt, das sich auch durch mehrere Jahrzehnte erstreckt. Die Vergangenheit von Teresas Familie wird vollständig aufgedeckt und es macht wirklich Spaß, die Rätsel und Geheimnisse aus der Nazizeit zu erkunden. Als Zusatz wäre sicherlich ein kleiner Stammbaum im Anhang nützlich gewesen, aber auch so ist es mir ganz gut gelungen, den Überblick zu behalten. 

Die Geschichte an und für sich ist gut durchdacht und spannend, doch an einigen Stellen etwas langatmig, wenn man bedenkt, dass es sich um einen Kriminalroman handelt und die eigentliche Tat erst nach ca. 2/3 des Buches begangen wird. Hier steht augenscheinlich die Familiengeschichte im Fokus und der Kriminalfall ist nur Nebensache. Da die Vergangenheit von Teresas Familie aber sehr packend geschrieben ist, hat mich dieser Punkt nicht weiter gestört. Die sprachliche Gestaltung ist flüssig und lässt sich super lesen. Nach kürzester Zeit hatte ich das Buch durch. Besonders die Bilder aus der Nazizeit sind beklemmend und das Schicksal der Familie sehr berührend.

Insgesamt bin ich aber leider mit dem Buch nicht ganz warm geworden. Es gab immer wieder kleinere Punkte, die mich gestört haben und somit das Lesevergnügen geschmälert haben. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn ich mit dem ersten Band gestartet hätte. Auch das Ende erschien mir leider sehr abrupt und schnell. Es hat mich verwirrt und für mich hat sich irgendwie der Kreis nicht vollkommen geschlossen. Mir haben noch ein paar Erklärungen gefehlt, sodass ich das Buch mit gemischten Gefühlen aus der Hand gelegt habe. „Kernfrage“ bietet alles in allem eine spannende Familiengeschichte mit einem kleineren Kriminalfall. Bei mir reicht es am Ende deshalb noch für 3 Sterne.

http://www.gmeiner-verlag.de/programm/titel/1000-tote-vaeter.htmlhttp://www.gmeiner-verlag.de/programm/titel/1185-kernfrage.html

Band 1: Tote Väter
Band 2: Kernfrage


Andrea Weisbrod, geboren 1966, verbrachte ihre Kindheit mit Eltern und Dackel in einem kleinen Westerwalddorf. Ihre gesamte Schulzeit absolvierte sie in Koblenz, wo sie sich mit ihrer Clique die Wochenenden mit Videoabenden, Haschpfeifchen, Erdbeersekt, Spaghetti mit Würstchen, New Wave und langen Diskonächten um die Ohren schlug. Nach Abschluss eines Geschichtsstudiums zog sie im Jahr 2000 nach Paris und arbeitete dort erfolgreich als Journalistin im Bereich Kultur und Lifestyle. In Paris entstand ihr zweiter Krimi »Kernfrage« um die Hassliebe zwischen Geschwistern und ein Familiengeheimnis mit fatalen Auswirkungen. Als Koblenzerin mit französischem Herzen lebt sie mit ihrem Mann und zwei quirligen Töchtern zwischen Paris, der französischen Atlantikküste und ihrer alten Heimatstadt.


1 Kommentare:

  1. Hallo Prettytiger,

    gerade sehe ich deine Rezension zu meinem Buch Kernfrage und habe mich sehr gefreut, sie zu lesen. Für mich als Autorin ist es immer sehr spannend Feedback auf meine Arbeit zu bekommen.

    Danke und herzliche Grüße,

    Andrea Weisbrod

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