[Rezension] Windfire von Lynn Raven

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Titel: Windfire
Autorin: Lynn Raven
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 14. Dezember 2015
ISBN-13: 978-3570161029
Preis: 14,99€ (TB) und 11,99€ (eBook)
Seitenzahl: 464
Genre: Fantasy
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Leseprobe: hier




Als ob Jessicas Leben nicht schon kompliziert genug wäre, taucht ein übellauniger Fremder bei ihr auf und verlangt ausgerechnet nach dem Schmuckstück, das sie erst vor wenigen Tagen bei einem Pfandleiher abgegeben hat, um die sich stapelnden Krankenhausrechnungen ihres Stiefbruders Danny begleichen zu können. Gemeinsam mit Shane macht sich Jessica nun auf die Suche nach dem Amulett, dem „Herz des Simurgh“ und schon bald wird offensichtlich, dass die beiden nicht die einzigen sind, die hinter dem Schmuckstück her sind. 

Obwohl Jessica und Shane an einem Strang ziehen sollten, geraten sie im Rausch ihrer Elemente immer wieder aneinander. Ein Halbdjinn und eine Windhexe. Feuer und Wind - das Chaos scheint vorprogrammiert. Inmitten ihrer Streitereien wird Leidenschaft entfacht und es geht nicht ohneeinander aber auch nicht miteinander. Unterdessen kommen ihre Feinde immer näher, sodass den beiden nur noch die Flucht außer Landes bleibt, um am Leben zu bleiben. Es verschlägt sie in die geheimnisvolle Wüstenstadt  Petra, wo sich ihr Schicksal schließlich besiegelt.


Jessica DeLaney:

Um die Krankenhausrechnungen ihres krebskranken Stiefbruders Danny bezahlen zu können, macht Jessica derzeit einen Spagat zwischen drei unterschiedlichen Jobs. Sie braucht das Geld und seit dem Tod ihres Stiefvaters Paul kümmert sie sich alleine um das Wohlergehen ihres kleinen Bruders. Ihre Tante Gwen hat das gesamte Familienvermögen eingefroren, da sie an der Zurechnungsfähigkeit ihrer Nichte zweifelt. Doch Jessica will ihr das Gegenteil beweisen und versucht sich nun mit Mühe und Not über Wasser zu halten, als Shane Hayden mit einem allzu verlockenden Angebot auf ihrer Türschwelle auftaucht...

Shane Hayden:

Als angehender Modefotograf hätte Shane eine steile Karriere vor sich gehabt, doch er wollte nicht sein gesamtes Leben in der schillernden Modewelt gefangen sein, sondern mit seiner Kamera das wahre Leben festhalten. Deshalb reist er nun bevorzugt in andere Länder und sammelt Momentaufnahmen der Bevölkerung. Das Verhältnis zu seinem Vater, dem Djinn-Fürsten Javed Ardeshir ist schon seit vielen Jahren abgekühlt, nur zu seiner Mutter hat Shane ein inniges Verhältnis. Auch seine sechs Halbbrüder sieht er nur selten. Doch nun zwingt die Krankheit seines Vaters die Familie dazu, wieder enger aneinanderzurücken und Shane ist gezwungen, sich seinem Erbe zu stellen.

Mittlerweile ist es zwei Monate her, seit ich das neue Buch von Lynn Raven gelesen habe. Bisher konnten mich alle ihre Geschichten überzeugen, doch mit „Windfire“ hat mich die Autorin enttäuscht, obwohl ich mir Einiges von ihrem neuesten Werk erwartet hatte. Allein schon der Klappentext liest sich sehr vielversprechend,  denn Djinn bin ich in Büchern bisher noch nicht allzu oft begegnet. Auch Windhexen und Erdmagier spielen eine Rolle. Jede dieser Spezies ist einem bestimmten Element zugeordnet und sie wirken sich auf ihre magischen Fähigkeiten aus. Der Ansatz war also durchaus vorhanden und ich absolut gespannt darauf, was die Autorin aus ihren neuen Ideen machen würde. Doch dann war es am Ende nichts Halbes und nichts Ganzes. Die einzelnen Wesen wurden recht oberflächlich eingeführt und es fehlte ihnen allen etwas an Tiefe. Man erfährt nichts über ihre genauen Fähigkeiten oder erhält andere Hintergrundinformationen. Es ergibt sich ein wilder Mix und insgesamt hat dann doch alles etwas unüberschaubar und leicht überladen auf mich gewirkt. 

Die Handlung baut sich sehr schnell auf und die actiongeladenen Szenen reihen sich nur so aneinander. Die sprachliche Gestaltung ist modern und an einigen Stellen recht abgehackt, was zum schnellen Tempo der Geschichte beiträgt. Mir haben bis zur Hälfte des Buches aber die Hintergründe gefehlt. Das Erzähltempo ist einfach sehr hoch und bei mir hat sich schnell der Eindruck eingestellt, das noch einige Informationen nötig gewesen wären, um den Gedanken der Autorin besser folgen zu können. Dennoch ist die Spannungskurve des Romans beachtlich und es fällt doch schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Irgendwie hatte ich immer die Hoffnung, dass die Geschichte für mich im nächsten Kapitel doch noch zünden würde. 

Inmitten dieser galoppierenden Story ist es natürlich schwer, eine tiefgreifende und glaubhafte Liebesgeschichte auszubauen, weshalb es kein Wunder ist, dass die Gefühle zwischen Jessica und Shane doch eher von oberflächlicher Natur zu sein scheinen. Von Romantik keine Spur. 

Das Ende steht dem Rest der Erzählung an Schnelligkeit in nichts nach, deshalb hatte ich das Gefühl, dass ich den rasanten Abschluss des Romans nicht vollkommen durchschaut habe. Der Erzählstil ist besonders beim Showdown in Petra doch sehr verwirrend. Meiner Meinung nach ist Einiges im Unklaren geblieben und auch Jessicas Stiefbruder Danny wird am Ende mit keinem Wort mehr erwähnt. Der Abschluss des Romans erscheint verschwommen und das Buch hat mich eindeutig enttäuscht zurückgelassen. Natürlich gab es auch positive Aspekte, denn die Thematik und auch die Charaktere haben mir eigentlich gut gefallen – bis auf Jessica, die mir teilweise mit ihren Zickereien das Lesevergnügen etwas vermiest hat. Letztendlich kann ich nur drei Sterne vergeben und hoffe, dass mich Lynn Raven mit ihrem nächsten Buch wieder von sich überzeugen kann!



Der Kuss des Dämons (2008) 
Der Kuss des Kjer (2010)
Blutbraut (2011)
Hexenfluch (2012)

Lynn Raven lebte in Neuengland, USA, ehe es sie trotz ihrer Liebe zur wildromantischen Felsenküste Maines nach Deutschland verschlug. Nachdem sie zwischenzeitlich in die USA zurückgekehrt war, springt sie derzeit nicht nur zwischen der High- und der Dark-Fantasy hin und her, sondern auch zwischen den Kontinenten.

4 Kommentare:

  1. Hi Lisa!
    Schade, dass das Buch nur so mittelprächtig ist, der Klappentext hört sich sooo gut an! Das Buch liegt noch auf meinem Sub, aber vielleicht sollte ich ein anderes Buch der Autorin vorher lesen, damit ich es mir mit ihr nicht gleich vermiese:-)
    LG patricia

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    1. Huhu Patricia!

      Ja das dachte ich mir am Anfang auch, aber mich konnte das Buch leider nicht so ganz begeistern. Ich hoffe aber, dass dir die Geschichte besser gefällt, wenn du das Buch von deinem SuB angelst!

      Liebe Grüße

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  2. Hallöchen :o)
    Ich habe jetzt schon mehrfach gelesen, dass dieses Buch nicht ganz so zu überzeugen wusste. Schade eigentlich. Der Kuss des Kjers ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Ich bin damals in ein richtig übeles Leseloch gefallen.
    Auch das Cover von Windfire finde ich total genial.

    Ich bin mir nicht mehr so sicher, ob ich es lesen sollte. Vielen Dank für diese ehrliche Rezension :o)

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hallo Tanja :)

      Mir hat "Der Kuss des Kjer" auch supergut gefallen und das Buch steht nach wie vor bei mir im Regal. Aber hinter dem tollen Cover von "Windfire" verbirgt sich leider eine ehrlich gesagt nur sehr mäßige Story. Wenn dich das Buch interessiert, solltest du vorher wirklich noch ein paar andere Meinungen lesen, es gibt sicherlich auch Rezensenten, denen die Geschichte gefallen hat ;)

      Liebe Grüße

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