[Rezension] Witches of London - Vom Teufel geküsst (Bd.1) von L. R. Powell

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Originaltitel: Burn Mark
Titel: Witches of London - Vom Teufel geküsst
Autorin: L. R. Powell
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 08. September 2015
ISBN-13: 978-3570402863
Preis: 9,99(TB) und 8,99€ (eBook)
Seitenzahl: 480
Genre: Fantasy
Leseprobe: hier

Lucas Leben scheint als einziger Sohn des obersten Hexenrichters des Inquisitionsgerichts schon seit seiner Kindheit vorbestimmt zu sein. Er wird die Nachfolge seines Vaters antreten und gegen das organisierte Hexenverbrechen vorgehen. Auch Glory hat ein festes Ziel vor Augen: nach ihrer Großtante Angeline möchte sie die neue Oberhexe ihres Zirkels werden.

Beide stammen aus unterschiedlichen Verhältnissen und doch haben sie etwas gemeinsam: bei beiden entwickelt sich das Fae, der siebte Sinn der Hexen, der ihnen ihre magischen Fähigkeiten verleiht. Für Glory ist es ein Segen, doch für Lucas ein wahr gewordener Albtraum. Er wollte niemals eine Hexe sein. Um seine Loyalität gegenüber der Inquisition zu beweisen, soll er nun ausgerechnet in Glorys Hexenzirkel eingeschleust werden. Seine Aufgabe ist es, herauszufinden, ob die Hexen etwas mit den vor kurzem stattgefundenen Terroranschlägen zu tun haben. In der Gemeinschaft der Hexen lernt Lucas eine neue Seite an sich kennen und muss sich schon bald die Frage stellen, auf welcher Seite er eigentlich steht und wem seine Loyalität gilt...
 

Lucas Stearne:

Als Oberstaatsanwalt genießt Lucas Vater Ashton einen ausgezeichneten Ruf. Schon seit vielen Generationen hat seine Familie keine Hexe mehr hervorgebracht und auch Lucas steht nun eine steile Karriere bevor. Doch als sich sein Fae entwickelt, verändert sich alles. Seine Stiefmutter und seine Stiefschwester verhalten sich distanziert und auch sein Vater weiß nicht so recht mit der neuen Situation umzugehen. Lucas sieht deshalb nur einen Ausweg: er muss sich WICA anschließen, einem Kollektiv von Hexen, die im Auftrag der Inquisition verdeckte Ermittlungen durchführen. Denn obwohl Lucas nun eine Hexe ist, will er sich noch immer für die Sache der Inquisition einsetzen, um das organisierte Hexenverbrechen in London einzudämmen.

Gloriana Starling (Glory):

Im Gegensatz zu Lucas ist es für Glory eine Bestimmung, als sich ihr Fae mit 15 Jahren endlich entwickelt. Sie kann es kaum erwarten, in die Geschäfte ihres Zirkels einzusteigen. Seit jeher sind aus Glorys Familie ausschließlich sehr starke Hexen hervorgegangen und auch in Glory ist das Erbe mächtig. Für Glory ist der Zirkel alles - Heimat und Familie zugleich. Auch ihr Vater Patrick lebt dort, obwohl er selbst keine Hexe ist. Ihre Fähigkeiten hat Glory von ihrer Mutter Edie, die schon seit vielen Jahren als vermisst gilt.

Schon beim ersten Durchlesen hat mit der Klappentext auf Anhieb gut gefallen. Die Idee von einer Inquisition, die nicht wahllos alle Hexen verbrennt, sondern lediglich Hexenverbrechen aufdeckt - ein moderner Ansatz, der mich überzeugt hat. Leider ist es ist mir anfangs aber schwergefallen, mit der Geschichte richtig warm zu werden. Laura Powell schreibt sehr nüchtern, sodass nicht allzu viele Emotionen auf den Leser übertragen werden. Zudem sind die ausufernden Beschreibungen von Glorys Stammbaum etwas trocken, sodass sich der erste Teil des Buches doch etwas in die Länge gezogen hat.

Auch die Handlung entwickelt sich langsam und es dauert lange, bis die Autorin alle Hintergrundinformationen gegeben hat. Fairerweise muss man sagen, dass die Erzählung aber besonders zum Ende hin merklich an Fahrt aufnimmt. Es gibt spannende Passagen und dramatische Entdeckungen, auch wenn mir das Ende selbst auch wieder etwas zu unrund und abrupt erschienen ist. Zwar ergibt sich ein geschlossener Kreis und es bleiben keine Fragen offen, aber mir hat dennoch das gewisse Etwas gefehlt.

Die Charaktere haben mir von der Konstruktion her durchaus gefallen, aber durch den nüchternen Schreibstil der Autorin wollte sich doch keine rechte Sympathie entwickeln. Sie alle sind etwas blass geblieben. Glory wird als Sturkopf mit einem starken Willen beschrieben. Sie setzt sich stets durch, wobei ihr Temperament auch immer wieder mit ihr durchgeht. Lucas hingegen bewahrt einen kühlen Kopf. Er verwahrt seine Emotionen im Inneren und gibt sich stärker, als er eigentlich ist. Im Team passen die beiden aber gut zusammen, auch wenn sie zu Beginn noch sehr widerwillig miteinander kooperieren. Die Entwicklung ihrer Beziehung ist glaubwürdig und ich finde es gut, dass beide an ihren Überzeugungen festhalten. Sie arrangieren sich miteinander um bleiben dennoch auf Distanz. Am Schluss sind sie sich zwar einen Schritt nähergekommen, aber noch immer weit davon entfernt, beste Freunde zu werden. 

Insgesamt hat mich Laura Powell mit ihrer Idee durchaus überzeugt, doch ein paar Schwächen bei der Ausführung haben bei mir das Lesevergnügen leider deutlich geschmälert. 
 

Band 1: Witches of London - Vom Teufel geküsst
Band 2: Witch Fire (engl.)


Laura Powell verbrachte ihre Kindheit in London, Wales und Cardiff. Schon damals war sie eine Leseratte, später studierte sie Altphilologie in Bristol und Oxford. Während ihrer Studienzeit jobbte sie in einem Verlag; bald begann sie zu schreiben. Powell lebt heute in London.



4 Kommentare:

  1. Hallo Lisa,

    um diese Reihe bin ich mal eine Zeitlang geschlichen, aber als ich mal eine sehr negative Rezension gelesen habe, hat es mich komplett abgeschreckt - obwohl ich das Buch nur wegen dem Cover sicher gekauft hätte :D
    Außerdem habe ich den Fantasy Book Tag für dich, wäre toll, wenn du mitmachen würdest: http://lizoyfanes.blogspot.com/2016/06/tag-fantasy-book-tag.html

    LG Julia

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    1. Hallo Julia :)

      Ja mich hat auf den ersten Blick ehrlich gesagt auch das Cover magisch angezogen, aber auch der Klappentext hat sich supergut angehört. Schade, dass sich das Buch dann doch nicht als Highlight entpuppt hat :/

      Na klar, ich schau gleich mal vorbei!

      Liebe Grüße

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  2. Hi Lisa!
    Das Buch liegt noch auf meinem Sub und mich hat der Klappentext genau wie dich total angesprochen. Ich bin mal gespannt, wie ich so mit dem nüchternen Schreibstil klarkommen werde. Auf jeden Fall ist mir die Lust auf das Buch nach deiner Rezi nicht vergangen.
    LG Patricia

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    1. Huhu :)

      Dann lass dich mal überraschen, ob dir das Buch gefällt. Gute Ansätze hatte es auf jeden Fall, ich bin nur irgendwie mit der Geschichte nicht ganz warm geworden! Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Spaß beim Lesen ;)

      Liebe Grüße

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