[Rezension] Das Reh der Baronesse (Bd.1) von Jennifer Alice Jager

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Titel: Das Reh der Baronesse
Autorin: Jennifer Alice Jager
Verlag: impress.
Erscheinungsdatum: 04. August 2016
ISBN-13: 978-3646602807
Preis: 3,99€ (eBook)
Seitenzahl: 300
Genre: Fantasy
Leseprobe: hier




Seit dem Tod ihrer Mutter sind mehrere Jahre vergangen und die Geschwister Nala und Dale leben seitdem mit ihrem Vater William alleine auf dem bescheidenen Landsitz der Baronie von Dornwall. Doch plötzlich ist das Glück der Familie in Gefahr, als William aus heiterem Himmel eine hochnäsige Comtesse zur Frau nehmen will. Nala hat Zweifel an der Aufrichtigkeit ihrer Liebe und kann nicht fassen, dass ihr Vater sein Herz nun an eine solch unausstehliche Frau verloren haben soll.

Zu allem Überfluss bringt die Comtesse ihre Tochter Amalia mit in die Ehe, die ihrer Mutter an Hochmut und Bösartigkeit in nichts nachsteht. Doch William scheint vollkommen blind vor Liebe zu sein, denn er stellt sich sogar gegen seine eigene Tochter und ist der Comtesse vollkommen verfallen. Als Nala schließlich hinter das schreckliche Geheimnis der Comtesse kommt, schwebt nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Familie in größter Gefahr. Denn sollte Nala versuchen, die Pläne der Comtesse zu vereiteln, werden all jene, die Nala am Herzen liegen, mit dem Leben bezahlen...


Nala:

Mit ihren 16 Jahren ist Nala ein absoluter Wirbelwind und schert sich nicht besonders um ihr Aussehen oder die Etikette bei Hof. Auch wenn sie als Lady von Dornwall zur oberen Schicht der Gesellschaft gehört, stellt sie sich nur ungern auf eine höhere Stufe als ihre Angestellten. Nala verbringt viel Zeit in der freien Natur und übt sich im Bogenschießen. Seit dem Tod ihrer Mutter klammert sie sich sehr an ihren Bruder Dale und hat hinter ihrer kecken Art doch schreckliche Angst, noch ein weiteres Familienmitglied zu verlieren…

Dale:

Dale ist in vieler Hinsicht reifer als seine kleine Schwester. Im Gegensatz zu Nala ist er stets ausgeglichen und handelt wohlüberlegt. Als großer Bruder ist er jedoch immer für sie da und hält auch mal den Kopf für sie hin, wenn sich Nala wieder einmal in Schwierigkeiten gebracht hat. Dales größte Leidenschaft gilt der Jagd in den weitreichenden Wäldern der Baronie, die er aus diesem Grund so gut wie kein anderer kennt. 

Schon seit meiner Kindheit liebe ich Märchen. Und diese Liebe setzt sich nun auch in modernen Romanen und Märchenadaptionen fort. Denn sie sind eine wunderbare Möglichkeit, die liebsten Märchen noch einmal vollkommen neu zu erleben. Jennifer Alice Jager hat sich in ihrer neusten Reihe nun an einer Adaption zum Märchen „Brüderchen und Schwesterchen“ versucht, das durch die Gebrüder Grimm zur Bekanntheit gelangte. Allein schon das Cover ist ein wahrer Hingucker und ich finde das Zusammenspiel der dunklen Farben wirklich äußerst ansprechend. Soweit waren also alle Voraussetzungen für eine tolle Erzählung vorhanden und doch sitze ich nun nach den letzten Seiten etwas enttäuscht vor meinem Reader. Vielleicht waren meine Vorfreude und meine Erwartungen einfach zu groß, aber „Das Reh der Baronesse“ konnte mich leider nicht völlig überzeugen.

Der Hauptgrund dafür waren wohl die fehlenden Neuerungen. Mir hat die Innovation gefehlt, denn ich habe mit zeitweise gefühlt, als würde ich das Märchen im Original lesen, weil die Geschichte so unglaublich nahe an der ursprünglichen Version bleibt – oder besser gesagt an dem, was mir vom Märchen über die Jahre noch im Gedächtnis geblieben ist ;) Die Erzählung hat es an keiner Stelle geschafft, mich wirklich zu überraschen. Natürlich baut die Autorin neue Elemente ein, aber irgendwie ist der Funke bis zum Schluss nicht übergesprungen. Auch der Einstieg wollte mir nicht so gut gelingen, da die sprachliche Gestaltung für mich zu Beginn zu konstruiert und hölzern war, was sich aber dann von Kapitel zu Kapitel mehr gelegt hat.

Gut gefallen haben mir hingegen die Charaktere. Allen voran das Geschwisterpaar Nala und Dale, das immer füreinander da ist. Besonders Nalas Emotionen werden präzise herausgearbeitet und ich konnte gut nachvollziehen, dass sie an vielen Stellen vor Frustration am liebsten laut aufgeschrien hätte. Auch ihr Bruder Dale war mir von Anfang an sympathisch und besonders sein neckender Humor hat mir sehr gut gefallen.

Zu Beginn geht die Geschichte noch in einem gemächlichen Tempo voran, wohingegen sie zum Ende hin nochmal deutlich spannender wird. Dann fliegen die Seiten nur so vorüber und man möchte unbedingt wissen, wie es der armen Nala weiterhin noch ergangen ist. Das Buch endet ziemlich plötzlich und lässt Vieles offen, sodass sich nur schwer erahnen lässt, wie es im Folgeband mit den Geschwistern weitergehen wird. Für mich endet das Abenteuer nach dem ersten Band, da mich diese Märchenadaption leider nicht wirklich überzeugt hat. Ich vergebe 3,5 Sterne und hoffe, dass Jennifer Alice Jager euch mit ihrer Geschichte mehr begeistern kann als mich!
 

Band 1: Das Reh der Baronesse 
Band 2: Die Schleiereule des Prinzen


Jennifer Alice Jager begann ihre schriftstellerische Laufbahn 2014. Nach ihrem Schulabschluss unterrichtete sie Kunst an Volkshochschulen und gab später Privatunterricht in Japan. Heute ist sie wieder in ihrer Heimat, dem Saarland, und widmet sich dem Schreiben, Zeichnen und ihren Tieren. So findet man nicht selten ihren treuen Husky an ihrer Seite oder einen großen, schwarzen Kater auf ihren Schultern. Ihre Devise ist: mit Worten Bilder malen.



2 Kommentare:

  1. Ich kann mir solche "Neufassungen" von Märchen immer gar nicht vorstellen...:-) habe mich noch nie dran gewagt. Die Cover von dem Buch sind aber ganz schön. lg Nadine von Nannis Welt

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    1. Hallo Nadine :)

      Manche Neufassungen sind wirklich gut, aber ich finde auch nur Gefallen daran, wenn sie sich nicht 100% an die alte Geschichte halten, sondern nur vereinzelt Elemente drauf aufgreifen. Sonst wäre es langweilig und ich könnte einfach das alte Märchen noch einmal lesen xD

      Liebe Grüße

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