[Rezension] Stille Nacht, grausige Nacht von Friederike Schmöe

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Titel: Stille Nacht, grausige Nacht
Autorin: Friederike Schmöe
Erscheinungsdatum: 07. Oktober 2015
ISBN-13: 978-3839218044
Preis: 9,99(TB) und 8,99€ (eBook)
Seitenzahl: 245
Genre: Thriller
Leseprobe: hier




Hast du dir jemals vorgestellt, ein Buch aufzuschlagen und deine eigene Geschichte darin zu lesen? Und noch schlimmer: zu erfahren, dass heute der letzte Tag deines Lebens ist! Die Reporterin Trisha hat ausgerechnet am Abend des 23.12. im verschneiten Thüringer Wald eine Autopanne. Zwangsweise übernachtet sie in einem einsamen Hotel. Als sie auf der Suche nach Lesestoff auf ein zerfleddertes Manuskript stößt und anfängt darin zu lesen, gefriert ihr das Blut in den Adern. Der Text erzählt ihre eigene Geschichte bis zur heutigen Nacht und endet in einer Drohung: Noch in dieser Nacht wirst du sterben…


Trisha Seling:

Seit Trisha sich entschieden hat, in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und ebenfalls Journalismus zu studieren, sieht sie sich tagtäglich mit neuen Vergleichen mit ihrem erfolgreichen Vater konfrontiert. Denn dieser war als Auslandkorrespondent in Fernsehen und Radio bekannt. Auch Trishas Mutter schrieb regelmäßig Kolumnen. Doch Trisha selbst ist noch weit davon entfernt, an den Erfolg ihrer Eltern anzuknüpfen. Sie arbeitet freiberuflich und schreibt hin und wieder kleinere Artikel für die Leipziger Volkszeitung. Zum Durchbruch hat es bisher noch nicht gereicht. Ihr fehlt der richtige Biss zum Schreiben, denn wenn es brenzlig wird, zieht sich Trisha zurück. Doch nun könnte ein brisanter neuer Fall ihre Karriere endlich zum erwünschten Aufschwung führen…

Die Geschichte von Friederike Schmöe passt eigentlich perfekt in die Vorweihnachtszeit, auch wenn ich mit meiner Rezension jetzt wohl ein bisschen spät dran bin. Das Buch habe ich letztes Jahr tatsächlich im Dezember gelesen, doch es sorgt als frostiger Winterthriller wohl eher für spannende Momente als für eine entspannte und gemütliche Vorweihnachtszeit.

Trisha Selig könnte als Hauptprotagonistin von Friederike Schmöes neuestem Roman kaum trostloser sein. Sie hat weder im Privat- noch im Berufsleben wirkliche Meilensteine vorzuweisen. Am Abend vor Weihnachten macht sich Trisha auf den Weg zu einem Besuch bei ihrem Vater, doch widrige Umstände sorgen dafür, dass sie die Nacht in einem einsamen Hotel verbringen muss, dass sich schon bald als ihr schlimmster Albtraum entpuppt. Schon zu Beginn kommen recht viele Zufälle zusammen, die letztendlich dazu führen, dass Trisha eine Nacht in exakt diesem einen Hotel verbringen muss, in dem sie dann auch das Manuskript findet. 

Sie selbst führt als Ich-Erzählerin durch ihre Geschichte. Dabei wird schnell deutlich, weshalb Trisha in ihrem Beruf noch nicht den gewünschten Erfolg hatte. Sie scheut davor zurück, im Dreck zu graben und verpasst zudem immer wieder die Gelegenheit, wichtige Kontakte in ihrer Branche zu knüpfen. Trisha steht immer im Schatten ihrer Kollegen und auch ihr eigener Vater lässt es sich nicht nehmen, seine Tochter immer wieder auf den ausbleibenden beruflichen Erfolg hinzuweisen.

Die Geschichte baut sich abwechselnd aus Trishas Erinnerungen und ihren Erlebnissen in der Gegenwart auf. Immer wieder werden dabei Episoden aus Trishas Nachforschungen zu ihrem letzten Fall eingestreut. Auch einige Ereignisse aus ihrer Kindheit werden erwähnt, die aber leider für den Fluss der Ereignisse keinerlei Bewandtnis haben und etwas aus dem Kontext gerissen wirken. Für mich war der Strang in der Gegenwart der mit Abstand spannendste, denn jedes Detail wird realitätsnah geschildert. Trishas Angst ist beinahe greifbar und lässt sie zu ungeahnten Leistungen auflaufen. Es kommt immer wieder zu packenden Momenten, wobei ich mir jedoch im Gesamtbild doch etwas knappere Szenen mit noch mehr Nervenkitzel gewünscht hätte. 

Die Hintergründe des geheimnisvollen Manuskripts bleiben lange im Dunkeln, auch wenn sich bei mir schnell ein Verdacht eingeschlichen hat, wer seine Finger dabei im Spiel gehabt haben könnte. Der Ansatz ist insgesamt wirklich gelungen und hat mich neugierig gemacht, doch die gesamte Geschichte war für meinen Geschmack doch ein wenig zu stark konstruiert, um noch wirklich glaubhaft zu wirken. Trotz einiger Schwächen hat mich der kurze Thriller dennoch gut unterhalten und bietet durchaus ein paar spannende Lesestunden in der Vorweihnachtszeit.

Geboren und aufgewachsen in Coburg, wurde Friederike Schmöe früh zur Büchernärrin - eine Leidenschaft, der die Universitätsdozentin heute beruflich frönt. In ihrer Schreibwerkstatt in der Weltkulturerbestadt Bamberg verfasst sie seit 2000 Kriminalromane und Kurzgeschichten; sie gibt Kreativitätskurse für Kinder und Erwachsene und veranstaltet Literaturevents, auf denen sie in Begleitung von Musikern aus ihren Werken liest. Ihr literarisches Universum umfasst u.a. die Krimireihe um die Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy und eine Krimiserie mit der Münchner Ghostwriterin Kea Laverde als Hauptfigur. Ihre Kurzgeschichte »Das geheime Wissen der Zofe« erhielt 2014 den Homer 2014 für historische Literatur.



Vielen Dank an den Gmeiner Verlag  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

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