[Rezension] Pandora - Wovon träumst du? (Bd.1) von Eva Siegmund

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Titel: Pandora - Wovon träumst du?
Autorin: Eva Siegmund
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 11. April 2016
ISBN-13: 978-3570310595
Preis: 12,99€ (TB) und 9,99€ (eBook)
Seitenzahl: 496
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 13 Jahren 
Leseprobe: hier




Sophie Kirsch lebt in einer Zeit, in der das Leben der Menschen beinahe vollkommen vom technischen Fortschritt bestimmt wird. Jeder, der etwas auf sich hält, besitzt einen sogenannten Smart-Port, der unter das Augenlid des Trägers implantiert wird und dessen gesamte mobile Kommunikation direkt auf die Netzhaut überträgt. Über diesen Chip ist es zudem möglich, verbraucherangepasste Werbung direkt in die Träume der Menschen einzuschleusen. Auch Sophie ist stolze Besitzerin eines solchen Smart-Ports. Noch ahnt sie jedoch nicht, wie gefährlich die neue Technik in ihrem Kopf wirklich sein kann…

Als Sophie erfährt, dass sie eine Zwillingsschwester hat und die Menschen, die sie ihr ganzes Leben lang für ihre Eltern hielt, lediglich ihre Adoptiveltern sind, zerbricht ihre heile Welt in Scherben. Auch ihre Schwester Liz ist mit der Situation vollkommen überfordert. Die beiden beschließen, sich näher kennenzulernen und ihre verlorene Zeit aufzuholen. Dabei stellen sie Nachforschungen über ihre leiblichen Eltern an und stoßen auf die dunklen Machenschaften des Sandmannes, der danach strebt, die gesamte Menschheit über ihre Smart-Ports zu kontrollieren. Dabei kommt ihm Sophies und Liz‘ Neugier ziemlich ungelegen...


Sophie Kirsch:

Seit dem Tod ihrer Mutter Michelle bei einem Autounfall vor über zehn Jahren, hat Sophie ein besonders inniges Verhältnis zu ihrem Vater. Dieser leitet eine Restaurierungsfirma und seine Tochter unterstützt ihn bei der Arbeit wo sie nur kann. Abseits der Glamourwelt von Berlin muss sich Sophie jeden Erfolg hart erarbeiten. Und als es endlich soweit ist und sie sich von ihrem Ersparten einen Smart-Port einsetzen lässt, scheint Sophie das glücklichste Mädchen auf der ganzen Welt zu sein.

Elisabetz (Liz) Karweiler:

Als einzige Tochter aus reicher  Familie ist Liz vollkommen anders aufgewachsen, als ihre Zwillingsschwester Sophie. Geldsorgen waren für sie niemals ein Thema. Ihre Mutter arbeitet als Gesellschaftsjournalistin und ihr Vater ist der Leiter eines bedeutenden Kreditinstituts. Doch der Wohlstand ihrer Familie hatte auch Nachteile für Liz, die die Abende oft alleine zuhause mit ihrer Haushälterin verbracht hat. 

Die Geschichte der Geschwister beginnt äußerst beschwingt und als Leser findet man sich sofort mitten im Geschehen wieder, als Sophie und Liz von ihrer Adoption erfahren. Beide sind mit der neuen Situation vollkommen überfordert - jede auf ihre eigene Art und Weise. Hier wird sofort deutlich, wie unterschiedlich die Autorin die beiden Charaktere der Mädchen konzipiert hat. Sophie ist stiller und stammt aus einfachen Verhältnissen, wohingegen Liz eher einem brodelnden Vulkan gleicht, der jede Minute ausbrechen kann. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und trägt ihr Selbstbewusstsein gerne zur Schau. Dennoch sind beide trotz, oder gerade aufgrund ihrer Verschiedenheit, von Anfang an sehr sympathisch und äußerst glaubhaft. Jede hat ihre eigene Technik, mit der Situation umzugehen. Auch das anschließende Kennenlernen wird von Eva Siegmund überzeugend geschildert, bis sich die beiden Schwestern im Verlauf der Geschichte schlussendlich immer weiter anfreunden. 

Auch die Nebencharaktere bereichern die Geschichte, wobei aber besonders die Eltern der beiden Mädchen ziemlich außen vor bleiben. Sie spielen eigentlich so gut wie gar keine Rolle und sind somit auch die einzigen Protagonisten, die zwar immer wieder am Rande erwähnt werden, im Gesamtbild aber dennoch ziemlich farblos bleiben. Auch die Liebesgeschichte, die sich im Mittelteil anbahnt wird nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Hier wird viel der Fantasie des Lesers überlassen und das Hauptaugenmerk bleibt somit stets auf Sophies und Liz‘ Familiengeschichte gerichtet. Ebenso gut wie die beiden Schwestern hat mir der nerdige Hacker Sash gefallen. Er ist unbedarft im Umgang mit Mädchen, sodass es immer wieder zu lustigen Szenen kommt. Sash unterstützt Sophie und Liz bei ihren Nachforschungen in der Vergangenheit, wobei die beiden ohne seine Computerkenntnisse und Kontakte wohl die meiste Zeit ziemlich aufgeschmissen gewesen wären.

Neben ausgefeilten Charakteren kann „Pandora“ zudem mit einer packenden, futuristisch angehauchten Handlung überzeugen. Die Idee von einen kleinen Chip, über den sich Telefonate abwickeln lassen, aber auch Filme direkt auf der Netzhaut angesehen werden können oder direkter Zugriff auf das Internet besteht, ist zwar noch Zukunftsmusik, doch die Idee erscheint durchaus realistisch. Erschreckend ist dabei natürlich besonders die Vorstellung, dass jegliche Technik auf die eine oder andere Weise auch gehackt werden kann. Mir hat „Pandora“ insgesamt sehr gut gefallen. Das Buch bietet viele Geheimnisse und hat mich bis zum Ende fesseln können. Absolut lesenswert! 


Band 1: Pandora - Wovon träumst du?
Band 2: Cassandra - Niemand wird dir glauben

Eva Siegmund, geboren 1983 im Taunus, stellte ihr schriftstellerisches Talent bereits in der 6. Klasse bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb unter Beweis. Nach dem Abitur entschied ´sie sich zunächst für eine Ausbildung zur Kirchenmalerin und studierte dann Jura an der FU Berlin. Nachdem sie im Lektorat eines Berliner Hörverlags gearbeitet hat, lebt sie heute als Autorin mit ihrem Mann in Barcelona.


4 Kommentare:

  1. Hey,
    schöne Rezi :)
    Das Buch liegt bei mir leider noch auf dem SuB, aber nach deiner Rezi hab ich nochmal mehr Lust es bald zu lesen :)
    Lg Callie

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    1. Hallo Callie :)

      Das freut mich, wenn ich dich mit meiner Rezension neugierig auf das Buch machen konnte! Jetzt bin ich mal gespannt, wie du das Buch so findest :)

      Liebe Grüße

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    2. Hey,
      Mir geht es genauso!
      Ich habe es jetzt bestimmt über 2 Monate hier kiegen, aber irgendwie hat's mich noch nicht angelächelt.Mal schauen, wann es denn soweit ist.
      Lg

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    3. Huhu :)

      Na dann hoffe ich mal, dass ich dich auch etwas neugierig gemacht habe und du das Buch ganz bald von deinem SuB angelst ;) Ich kann es nur empfehlen!

      Liebe Grüße

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