[Rezension] In Kalabrien von Peter S. Beagle

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Originaltitel: In Calabria
Titel: In Kalabrien
Autor: Peter S. Beagle
Verlag: Klett Cotta
Erscheinungsdatum: 10. Februar 2018
ISBN-13: 978-3608962178
Preis: 16,00€ (Hardcover) und 12,99€ (eBook)
Seitenzahl: 164
Genre: Fantasy
Leseprobe: hier




Der kalabrische Bauer Claudio Bianchi lebt in aller Abgeschiedenheit auf einem kleinen Hof mitten in den Bergen und genießt sein Dasein als Einsiedler. Zweimal in der Woche findet der Postbote mit seinem kleinen blauen Lieferwagen den Weg zu Bianchi, doch davon abgesehen leisten ihm lediglich seine Tiere Gesellschaft.  

Er schätzt seine Ruhe und eine gute Pfeife am Abend, wenn er sich niederlässt, um Gedichte zu schreiben. Doch eines Abends steht vollkommen unvermittelt ein Einhorn auf seinem Hof und Claudio fragt sich, wieso dieses wundersame Wesen ausgerechnet sein Anwesen ausgewählt hat. Von diesem Zeitpunkt an kehrt es immer wieder zurück. Und auch die liebenswert nervtötende Schwester des Postboten lässt sich von nun an nicht mehr so einfach abschütteln ...



Der Name Peter S. Beagle ist sicherlich seit dem Erfolg von "Das letzte Einhorn" jedermann ein Begriff. Nun erweckt der Autor das sagenumwobene Fabeltier erneut zum Leben und entführt seine Leser mit „In Kalabrien“ nach Süditalien.

Claudio Bianchi ist ein ruppiger Eremit, der die Abgeschiedenheit seines Hofes schätzt. Lediglich seine Tiere und der Postbote, der zweimal in der Woche den beschwerlichen Weg zu Bianchis Hof auf sich nimmt, leisten ihm Gesellschaft. Doch sein eigenbrötlerisches Verhalten vermag ein so feinfühliges Wesen wie das Einhorn nicht zu täuschen, denn es lässt sich nichtsdestotrotz auf Bianchis Hof nieder und stellt dessen Leben völlig auf den Kopf. Auf seine eigene Weise hilft es Claudio bei der Überwindung eines schmerzlichen Erlebnisses aus seiner Vergangenheit, bringt eine neue Liebe in sein Leben, aber auch allerhand Trubel und Aufmerksamkeit, die der Bauer eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kann.

Obgleich das Buch mit 164 Seiten nicht allzu umfassend ist, weist die Geschichte dennoch genügend Tiefe auf. Sprachlich ist es Peter S. Beagle toll gelungen, den harten Alltag des Bauernlebens in Kontrast zur strahlenden Erscheinung des Einhorns zu setzen. Dadurch wirkt alles - Bianchis kleiner Hof, das fantastische Einhorn, aber auch Claudios Dialoge mit Giovanna, der Schwester des Postboten - authentisch und lebensecht. Eingestreute italienische Begriffe verstärken den Effekt und entführen direkt ins ferne Kalabrien. Gegen Ende wird sogar das ein oder andere Spannungsmoment eingebaut, das sich aber passend in die sonst eher poetische, ruhige Szenerie der Geschichte einfügt. Lediglich die letzten Seiten bilden dann einen etwas krasseren Stilbruch, der nicht ganz so gut zum Rest der Erzählung passen will.

Mit „In Kalabrien“ liefert Peter S. Beagle einen fantastischen Happen, eine Kurzgeschichte in der Fantasie und Realität aufeinandertreffen und die Grenzen nicht mehr klar definiert sind. Ein Leseausflug nach Süditalien mit einem Fabelwesen als zentralem Thema. Ein bisschen mutet die Geschichte wie ein Märchen an und ich habe die wenigen Seiten in einem Zug gelesen. Vielschichtig, mit allerlei Denkanstößen - ein Buch, das ich euch gerne ans Herz legen möchte.



Peter S. Beagle, geboren 1939 in Manhattan, gehört zu den ganz großen Fantasyautoren unserer Zeit. Er lebt in Richmond, Kalifornien. Seine größten Erfolge waren »Das letzte Einhorn«, »He! Rebeck!« und »Es kamen drei Damen im Abendrot«. Für seine Werke wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.


Vielen Dank an Klett Cotta  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

4 Kommentare:



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  1. Huhu Lisa,
    ich habe den Film "Das letzte Einhorn" gefühlt 1000 mal angesehen. Es ist so eine wundervolle Geschichte. Nie hätte ich gedacht, dass es sich hier um den gleichen Autor handelt. Auch war ich etwas skeptisch, ob so wenig Seiten dann wirklich eine schöne und fesselnde Geschichte erzählen können. Aber deine Worte räumen meine Zweifel ja gleich wieder aus. Eine wundervolle und sehr schöne Buchempfehlung <3

    Ganz liebe Grüße
    Tanja

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    1. Huhu Tanja!

      Den Film kenne ich auch in- und auswendig :D Er gehört noch immer zu meinen allerliebsten Trickfilmen. Ich war anfangs auch skeptisch, aber wenn man sich auf die Geschichte einlässt bietet sie definitiv ein schönes Fantasy-Häppchen, das mir gut gefallen hat. Oh, vielen lieben Dank <3

      Liebe Grüße

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  2. Bereits im „letzten Einhorn“ steckt ja meiner Meinung nach die Saat für diesen Roman: Schon damals philosophierte Beagle darüber, dass der Platz, wo ein Einhorn geboren wurde, eine ganz besondere Magie besitzt. Ich hoffe, hier ist ein kleiner Querverweis erlaubt & zählt nicht als unerwünschte Werbung (das betreffende Magazin ist immerhin kostenlos) – die deutsche Fassung eines Telefoninterviews, das ich 2017 u.a. anlässlich der Veröffentlichung genau dieses Buches führen durfte, ist in den April- und Maiausgaben des Corona Magazine nachzulesen: http://www.ifub-verlag.de/index.php/corona-magazine/aktuelle-ausgabe/201-corona-magazine-april-2018
    Viele Grüße
    Jörg

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    1. Hallo Jörg!

      Dein kleiner Querverweis ist gerne gesehen. Ich muss leider zugeben, dass “The last unicorn“ noch ungelesen in meinem Regal steht. Allerdings hat mir “In Kalabrien“ gezeigt, dass ich an dieser Tatsache bald etwas ändern sollte.

      Liebe Grüße

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