[Rezension] Die Vereinten (Bd.2) von Caroline Brinkmann

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Achtung, diese Rezension kann Spoiler enthalten, da das Buch Teil einer Reihe ist!





Titel: Die Vereinten
Autorin: Caroline Brinkmann
Verlag: one
Erscheinungsdatum: 28. September 2018
ISBN-13: 978-3846600672
Preis: 18,00(Hardcover) und 9,99€ (eBook)
Seitenzahl: 464
Genre: Dystopie, Jugendbuch
Leseprobe: hier




Die Rebellion der Spines ist zerschlagen, doch zu welchem Preis?  

Grey, Rains Heimatzirkel liegt in Schutt und Asche. Viele Unschuldige haben ihre Heimat verloren und suchen nun in den anderen Zirkeln Zuflucht, wo ihnen das unverhohlene Misstrauen der Bewohner entgegenschlägt. Rains Vater, der Earl von Black Shell, sieht sich nach dem Tod des Königs selbst als Retter der Bevölkerung und lässt sich für den Sieg über die Rebellen feiern. Rain hingegen, die nun als Gesegnete Rajana in Aventin lebt, fühlt sich in ihrer neuen Rolle alles andere als wohl. Ausgerechnet Lark hält als einziger zu ihr - doch kann sie ihm nach seinem schwerwiegenden Verrat wirklich noch vertrauen? Dieses Mal steht so viel mehr auf dem Spiel. Die Spines sammeln sich erneut zum Schlag gegen die Gesegneten und ein bisher unerkannter Feind erhebt sich …



Rain:

Rain hat als Ghost gelebt. Vom System unerkannt, unregistriert und stets fluchtbereit. Und doch lebt sie nach Storms Tod nun als Prinzessin von Hope in Aventin - als Gesegnete und somit Teil einer perfekten Spezies. Als Tochter des Earls von Black Shell genießt sie gewisse Privilegien und doch fühlt sie sich als Rajana einsamer als jemals zuvor in ihrem Leben.

Lark:

Larks Tage als Sentinal sind gezählt, seit er nach einem Rebellenangriff im Rollstuhl sitzt. Seine tadellosen Gene sind ihm dank seiner körperlichen Behinderung keine Hilfe mehr. Genau wie seine jüngere Schwester Rose gehört er nun zu den Dreien, der untersten Gesellschaftsschicht. Dennoch ist Larks Kampfgeist nicht erloschen und er würde alles für die Sicherheit seiner Familie tun.


Die Vereinten“ ist direkt zu Beginn um einiges düsterer und melancholischer als sein Vorgänger „Die Perfekten“. Inhaltlich ist das Buch in drei Teile untergliedert, wobei zu Beginn die Rebellion und ihre Folgen aufgearbeitet werden. Im zweiten Abschnitt wird das Tempo angezogen. Die verbleibenden Gegner der Gesegneten rotten sich zusammen und die Bewegung schwelt im Untergrund weiter. Der letzte Teil bringt schließlich einen unerwarteten Twist mit sich, der das Leben aller in die Waagschale wirft und den Ausgang der Dilogie ungewiss werden lässt. 

Für mich war es inhaltlich dann doch etwas too much, die Science Fiction Elemente wollten für mich einfach nicht richtig zur Erzählung passen, sodass stellenweise auch die Logik ein kleines bisschen auf der Strecke geblieben ist und ich mir ein anderes Ende für die Geschichte gewünscht hätte. Ganz überzeugt hat mich diese Wendung der Handlung also leider nicht.

Rain präsentiert sich nach wie vor als zielstrebige und starke Protagonistin. Zu gerne würde sie ihre Identität als Gesegnete Rajana abstreifen wie eine lästige Hülle, doch ihr Vater Tiberius besteht darauf, sich bei Aventins öffentlichen Veranstaltungen mit seiner heimgekehrten Tochter zu schmücken. Privat lässt er allerdings keinerlei Nähe zu, sodass sich Rain nach Storms Tod zunehmend einsam in ihrem goldenen Käfig fühlt. 

Nur Lark gibt ihr das Gefühl, noch immer die alte Rain zu sein. Doch auch sein Leben hat sich seit dem Angriff der Spines grundlegend geändert. Er sitzt im Rollstuhl, herabgestuft und als Schande der  Sentinal gebrandmarkt. Von Schuldgefühlen zerfressen, fühlt er sich nutzlos und außerstande, seine Familie weiter vor den Anfeindungen der Höherklassigen zu beschützen. Noch immer sind die Auswirkungen der Rebellion deutlich zu spüren. Den Bewohnern von Grey schlägt teilweise glühender Hass entgegen, sodass sie in anderen Zirkeln nur schwer Fuß fassen können. 

Die Idee und der historische Hintergrund des Landes Hope hat mich fasziniert, auch wenn dieser bedauerlicherweise nur angerissen und nicht detaillierter ausgeführt wird. Immer wieder spielt der große Krieg eine Rolle und beeinflusst auch das Geschehen in der Gegenwart. Caroline Brinkmann überzeugt mit Ideenreichtum und unerwarteten Entwicklungen. Die Story verläuft alles andere als geradlinig, überrascht immer wieder mit Winkelzügen und bringt lesetechnisch richtig viel Spaß. Jede neue Seite deckt etwas Unvorhersehbares auf und obwohl „Die Vereinten“ offiziell den Abschluss der Dilogie bildet, wäre es durchaus denkbar, dass die Autorin in der Zukunft ein weiteres Mal mit einer Geschichte nach Hope zurückkehrt.

Insgesamt präsentiert sich „Die Vereinten“ im direkten Vergleich zum Auftaktband der Dilogie etwas schwächer, was für mich aber sicherlich auch daran lag, dass mich ein inhaltlicher Aspekt nicht vollständig überzeugen konnte. Dennoch hat Caroline Brinkmann einen packenden Abschluss für ihre zweibändige Reihe geschaffen, der zwar nicht ganz mit dem ersten Teil mithalten kann, aber dennoch für einige kurzweilige Lesestunden gesorgt hat! 



Band 1: Die Perfekten
Band 2: Die Vereinten



Caroline Brinkmann wurde 1987 im hohen Norden geboren, studierte in Göttingen Humanmedizin, ist heute als Ärztin tätig und schreibt, wann immer sie Zeit dafür findet.   2013 gründete sie das Tintenfeder-Autorenportal, das angehende Schriftsteller über die Verlagsbranche aufklärt. Die Perfekten ist der erste Roman der Autorin, der im ONE-Programm erscheint.


Vielen Dank an one  für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

2 Kommentare:



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  1. Hallo Lisa,

    ich musste gerade schmunzeln, als ich das mit den Science-Fiction Elementen gelesen habe, aber ja, mir ging es genauso wie dir, es war mir stellenweise etwas "zu viel des Guten" :-) Insgesamt ist es aber doch eine außergewöhnliche Dilogie, die mir sicherlich im Gedächnis bleibt.

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Hallo Desiree!

      Freut mich, dass wir uns bei diesem Buch insgesamt so einig sind :) Mir wird die Dilogie sicherlich auch noch lange im Gedächtnis bleiben, denn insgesamt ist die Geschichte wirklich gut, auch wenn die Autorin stellenweise etwas über das Ziel hinausgeschossen ist.

      Liebe Grüße

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