[Rezension] Palace of Fire - Die Kämpferin (Bd.3) von C. E. Bernard

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Achtung, diese Rezension kann Spoiler enthalten, da das Buch Teil einer Reihe ist!





Titel: Palace of Fire - Die Kämpferin
Autorin: C. E. Bernard
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsdatum: 23. Juli 2018
ISBN-13: 978-3764531980
Preis: 14,00€ (TB) und 9,99€ (eBook)
Seitenzahl: 448
Genre: Fantasy, Jugendbuch
Leseprobe: hier




Nach der Freiheit, die Rea in Paris und Berlin genossen hat, ist sie nun wieder an den Anfang zurückgekehrt - nach London an den gläsernen Hof. Wieder ist ihr Leben bestimmt von Devotionsknicksen, Marienkrägen und dem absoluten Berührungsverbot. Doch dieses Mal muss sich Rea dem König nicht alleine stellen, denn sie hat Robin an ihrer Seite - ihren Verlobten und den zukünftigen Regenten des weißen Hofes.

Doch noch immer schwebt Rea in großer Gefahr, denn jeden Moment könnte ihr wohlgehütetes Geheimnis aufgedeckt werden. Auch wenn Robin sie als das, was sie ist, akzeptiert werden andere Magdalenen noch immer verfolgt und gnadenlos hingerichtet, um die königliche Familie zu schützen. Doch die tatenlosen Tage sind gezählt. Heimlich schließt sich Robin der Rebellion im Untergrund an und lässt Rea allein bei Hofe zurück, wo jeder ihrer Schritte gleichzeitig auch ihr letzter sein könnte …



Rea Emris:

Nach der Ungewissheit der vergangenen Wochen ist Rea an der Seite von Robin nach England zurückgekehrt. Ohne ihre Freunde fühlt sie sich verloren und ihre Krankheit tritt in immer kürzeren Abständen zutage. Im Durcheinander der höfischen Verwirrspiele droht Rea sich völlig zu verlieren. Dennoch hat sie die Hoffnung nicht aufgegeben, eines Tages ohne Angst in London leben zu können. Als Magdalena an der Seite Gleichgesinnter, ohne sich vor der gnadenlosen Verfolgung fürchten zu müssen. 

Robin:

Vieles hat sich verändert, seit Robin seinen Eltern das letzte Mal gegenüberstand. Er hat sich verliebt - ausgerechnet in eine Magdalena. Rea schwebt am gläsernen Hof in größter Gefahr. Mittlerweile hat Robin die Niederträchtigkeit hinter der Herrschaft seines Vaters erkannt und sich fest geschworen, die Gesetze zur Magdalenenverfolgung mit seinem Amtsantritt außer Kraft zu setzen. Doch der König spielt das Spiel der höfischen Intrigen länger als sein Sohn und immer wieder sieht sich Robin auf der Verliererseite - bis er zu drastischen Maßnahmen greift, um seinen Standpunkt deutlich zu machen.


Nach „Palace of Glass - Die Wächterin“ und „Palace of Silk - Die Verräterin“ schließt sich mit „Palace of Fire - Die Kämpferin“ nun der Kreis und Reas Geschichte neigt sich dem Ende zu. Ein letztes Mal dürfen wir sie nach London begleiten, wo sie dem König zum finalen Showdown gegenübertritt und für die Rechte der Magdalenen kämpft. Das Setting ist erneut dystopisch und vermischt gekonnt Elemente aus Vergangenheit und Gegenwart, sodass eine einzigartige, erschreckende, aber auch überzeugende Welt entsteht, in der die Erzählung von C. E. Bernard angesiedelt ist. Erneut schafft es die Autorin, mich zu fesseln, mitfiebern und stellenweise atemlos die nächsten Sätze lesen zu lassen. Denn Reas Happy End mit Robin scheint in weite Ferne zu rücken, als er sie zurücklässt und sich der Rebellion im Untergrund anschließt. Rea verbleibt allein bei Hofe und ohne die schützende Hand des Kronprinzen strecken die hungrigen Wölfe ihre Klauen aus.

Alleine mit Rea zeigt auch der König sein wahres Gesicht und C. E. Bernard ist es an einigen Stellen gelungen, mich mit ihren schonungslosen Schilderungen zu schockieren. Die menschlichen Abgründe sind tief. Machtpositionen werden ungeniert ausgenutzt, um sich andere zu Willen zu machen. Reas Wut über die Verhältnisse in England ist beinahe greifbar und der Zorn brodelt tief in ihr. Doch die Situation ist verzwickt und erfordert Fingerspitzengefühl. Es gibt viele Szenarien, wie das Buch sich hätte entwickeln können, sodass sich die Lektüre wirklich spannend gestaltet.

Reas Krankheit macht ihr stärker als je zuvor zu schaffen und hält sie in einem ewigen Kampf mit ihrem eigenen Geist gefangen, der sie stellenweise zu absoluter Handlungsunfähigkeit verbannt. Und diesmal sind ihre Freunde nicht an ihrer Seite. Ein kleiner Wermutstropfen ist es allemal für mich gewesen, dass Ninon, René, Blanc und der Comte nur noch kleine Nebenrollen zu spielen haben. Die unbeschwerten Szenen aus dem zweiten Band haben mir doch gefehlt. Auch Robin ist nicht immer präsent, sodass der Fokus sehr stark auf Rea und ihren Erlebnissen am weißen Hof liegt. Sie wird in Intrigen verwickelt, in verschiedene Richtungen gezerrt und weiß am Ende kaum noch, welches der richtige Weg ist.

Dabei wird Reas Figur absolut authentisch dargestellt. Mir hat von Anfang an gefallen, dass sie nicht die perfekte Heldin ist, die viele in ihr sehen. Sie hat Ecken, Kanten, Fehler und wird immer wieder mit ihren eigenen Abgründen konfrontiert. So manches Mal fehlt ihr der Mut, wichtige Entscheidungen zu treffen. Sie zögert und fühlt sich selbst mit ihren besonderen Fähigkeiten oft absolut machtlos. Besonders ihre innere Zerrissenheit hat sie für mich so glaubhaft gemacht. Auch bei der Gestaltung der übrigen Charaktere beweist die Autorin Geschick, denn sie alle haben Tiefgang und erzählen ihre eigene kleine Geschichte inmitten der Haupthandlung.

Leider sorgt das Ende des Buches dafür, dass ich mit der Reihe nicht hundertprozentig zufrieden abschließen kann. Aber das ist wohl persönliches Empfinden, für manch anderen ist der Schluss vielleicht genau richtig. Insgesamt rundet „Palace of Fire - Die Kämpferin“ Reas Geschichte gelungen ab und verbindet alle losen Fäden. Inhaltlich erschien mir der Band im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern dennoch etwas schwächer und ich habe dieses Mal ganz besonders das unbeschwerte Miteinander der Nebenfiguren vermisst. Dennoch eine mitreißende Trilogie, die ich so schnell sicherlich nicht vergessen werde!


 

Band 1: Palace of Glass - Die Wächterin
Band 2: Palace of Silk - Die Verräterin
Band 3: Palace of Fire - Die Kämpferin


C.E. Bernard ist das Pseudonym von Christine Lehnen, die 1990 im Ruhrgebiet geboren wurde und seitdem in Kanada, den Vereinigten Staaten, Australien und Paris gelebt hat. Ihre Kurzgeschichten wurden mit den Literaturpreisen der Jungen Akademien Europas und der Ruhrfestspiele Recklinghausen ausgezeichnet. Seit 2014 lehrt sie Literarisches Schreiben an der Universität Bonn. Daneben studiert Christine Lehnen Englische Literatur und Politikwissenschaft, forscht zum Thema Kreatives Schreiben und inszeniert Theaterstücke mit der Bonn University Shakespeare Company.


Vielen Dank an Penhaligon für die Bereitstellung
dieses Rezensionsexemplars!

4 Kommentare:



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  1. Hallo Lisa,
    ich habe deine Rezension jetzt nicht komplett gelesen, sondern mir nur Abschnitte raus gesucht, da ich die Reihe noch nicht kenne. Irgendwie ist mir jetzt auch nicht bewusst, dass ich sie vorher irgendwo gesehen habe. FAnd aber das Cover itneressant und wollte mal in deine Meinung reinschauen. Schade, dass dich das Ende nicht komplett überzeugen konnte. Was ich vorher so gelesen habe, klang dafür aber ganz gut und macht neugierig auf die Geschichte. :) Die Reihe merk ich mir mal.
    LG Dana

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    1. Hallo Dana!

      Freut mich, dass dich meine Rezension neugierig gemacht hat. Auch wenn mich das Ende etwas enttäuscht hat, sind die drei Bücher als Reihe dennoch richtig toll und ich bin froh, Reas Geschichte in meinem Regal stehen zu haben!

      Liebe Grüße

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  2. Oh Mist, da ist schon Band 3 draußen? Ich will mich langsam an Band 1 machen...

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    1. Huhu Franzi!

      Kann ich dir auf jeden Fall nur empfehlen, mir haben die Bücher gut gefallen 😊

      Liebe Grüße

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